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Jun 2021

Trauer bei Mord

Gewaltsam aus dem Leben gerissen – Trauern bei Mord

Rund 3.200 Menschen sind in den vergangenen 10 Jahren in Deutschland ermordet worden. Rund 3.200 Familien müssen also (allein in den vergangenen 10 Jahren) zusätzlich zu ihrer Trauer mit der Tatsache umgehen, dass jemand mit voller Absicht den Tod ihres geliebten Menschen geplant oder in Kauf genommen hat – aus Habgier, Eifersucht, Macht, Hass, um den Sexualtrieb zu befriedigen, aus reiner Lust am Töten oder anderen niederen Beweggründen. Dies zu verarbeiten, fällt schwer. Das hinterlässt Fragen. Das macht wütend. Ein Mord beeinflusst das gesamte Familiengefüge und manchmal auch die Sicht auf das Leben.

Wenn ein geliebter Mensch ermordet wird, erleben die Hinterbliebenen Verlust und Trauer auf eine persönlichkeitsverändernde und intensivere Weise, als wenn jemand aufgrund seines Alters, einer Krankheit oder durch einen Unfall stirbt.

Trauern, während die Ermittlungen zum Mord laufen

Einen Mord zu verstehen ist schwer. Wie lässt sich begreifen, dass ein Mensch einem anderen Menschen bewusst das Leben genommen hat? Ist schon der „normale“ Tod eines Menschen für seine Familie und Freunde nur schwer zu fassen, so ist es ein Mord umso mehr. Kopf und Herz weigern sich anfangs, die Tat zu begreifen.

Dass die Familien mit der Beisetzung warten müssen, bis die Obduktion durchgeführt ist und die Spuren gesichert sind, macht es nicht einfacher zu begreifen, was geschehen ist. Manchmal dauert es Wochen oder gar Monate, bis der Körper des geliebten Menschen zur Beisetzung freigegeben wird. So lange haben die Familien keinen festen Ort zum Trauern, können nicht wirklich Abschied nehmen.

Während die Hinterbliebenen die Nachricht für sich verarbeiten müssen, sind sie meist auch in die laufenden Untersuchungen eingebunden: Die Polizei befragt sie, sie müssen als Zeugen aussagen, vielleicht Gegenüberstellungen und die Konfrontation mit dem Täter, der Täterin ertragen oder werden gar selbst verdächtigt.

Sie erfahren zudem die Aufmerksamkeit der Medien, die um Interviews bitten – gerade in einer Zeit, in der man sich meist lieber ins private Umfeld zurückziehen möchte. Manchmal werden die Hinterbliebenen von den Medien oder von Freunden und Bekannten (vor-)verurteilt und müssen damit zurechtkommen, vielleicht selbst als schuldig oder zumindest als mitschuldig angesehen zu werden.

Wut auf alles und jeden

Wut gehört zu jedem Trauerprozess dazu. Doch Hinterbliebene von Mordopfern sind nicht nur wütend darüber, allein gelassen zu sein, sie empfinden eine ganz andere Wut. Da ist zum einen die Wut auf den oder die Täter: Warum hat er (oder sie) das getan? Wie konnte dieser Mensch es wagen? Zum anderen sind die Hinterbliebenen aber oft auch wütend auf sich selbst, auf andere Familienmitglieder, auf Zeugen der Tat, auf die Nachbarn, die Polizei. Denn immer schwingt die bohrende Frage mit: Hätte man die Tat verhindern können, wenn jemand etwas anders gemacht hätte?

Oftmals kämpfen die Hinterbliebenen zudem mit Schuldgefühlen, weil sie den Ermordeten, die Ermordete nicht beschützt haben, weil sie blaue Flecken, Stalking, Drohungen nicht ernst genommen haben, weil sie ihn oder sie nicht von der Bushaltestelle, dem Bahnhof, der Schule abgeholt haben.

Viele Hinterbliebene gehen die Stunden oder Tage vor dem Mord immer und immer wieder im Geiste durch und überlegen, wo sie etwas hätten ändern können. Manche versuchen, die letzten Minuten ihres geliebten Menschen bis ins Detail zu rekonstruieren, wollen wissen, was ihr Sohn, ihre Ehefrau, ihr Vater erlebt hat. Bilder des Tatorts, des Leichnams, der Tat verfolgen sie bis in ihre Träume, selbst wenn sie keine Zeugen der Tat waren. Wie viele Überlebende von Gewalttaten kämpfen auch die Hinterbliebenen von Mordopfern oft zusätzlich mit Schuldgefühlen, weil sie selbst noch am Leben sind, während ihr geliebter Mensch sterben musste.

Trauer bei Mord – Angst, Sorge und Misstrauen werden zu ständigen Begleitern

Gleichzeitig empfinden viele Hinterbliebene von Ermordeten Hilflosigkeit und Angst. Das Leben erscheint ihnen viel unberechenbarer als zuvor, haben sie doch erlebt, wie von einer Sekunde zur anderen etwas Schreckliches geschehen kann.

Sie fühlen sich oftmals unsicherer und sorgen sich verstärkt um die Sicherheit der überlebenden Familienmitglieder, versuchen diese besonders zu beschützen. Sie werden misstrauischer gegenüber anderen, ziehen sich immer mehr zurück, meiden Orte und Menschen, die sie an die Tat erinnern. Das kann auch dazu führen, dass Hinterbliebene umziehen, weil sie nicht mehr in dem Haus, dem Viertel, dem Ort wohnen möchten, in dem die Tat geschehen ist.

Sie haben Fragen? Sie möchten mehr über das Thema erfahren oder einfach mit uns sprechen?
Rufen Sie uns an 0800-6080908 oder schreiben Sie uns eine E-Mail.

Was kann Hinterbliebenen von Mordopfern helfen?

Das Besondere der Trauer annehmen: Für Hinterbliebene von Ermordeten ist es wichtig zu wissen: Sie sind nicht nur Trauernde, sie sind überlebende Opfer der Tat. Ihr Trauerprozess unterscheidet sich daher von dem der meisten anderen Menschen – er ist oft länger, schmerzhafter, chaotischer, sie drehen sich manchmal im Kreis statt nach vorn zu schauen. Es braucht lange, den gewaltsamen Tod eines Menschen zu verarbeiten, den Verlust anzunehmen und das Trauma, das der Mord verursacht hat, zu heilen. Dies zu akzeptieren ist wichtig.

Sich informieren: Sich mit Trauer zu beschäftigen und sich darüber zu informieren, was auf einen zukommt, hilft. Es gibt zahlreiche Ratgeber, die Menschen durch ihre Trauer führen und es ihnen erleichtern, die eigenen Gefühle einzuordnen und besser zu verstehen. Die meisten deutschen Trauerratgeber gehen dabei allerdings nur wenig bis gar nicht auf die besondere Situation der Hinterbliebenen eines Gewaltverbrechens ein. Dies wird eher in amerikanischen Büchern thematisiert. Nicht weiter verwunderlich: In den USA wurden 2019 mehr als 19.400 Menschen ermordet, während es in Deutschland im gleichen Jahr 245 waren.

Eine Ausnahme ist das Buch „Larissas Vermächtnis: Der schreckliche Mord an meiner Schwester und mein Weg zurück ins Leben“ von Katrin Biber. In dem Buch schildert die Autorin, wie sie die Zeit nach dem Mord an ihrer 21-jährigen Schwester Larissa erlebt und verarbeitet hat.

Über das Geschehene reden: Reden hilft beim Verarbeiten. Daher sollten die Hinterbliebenen sich jemanden suchen, mit dem sie über das Geschehene reden können. Sei es ein Seelsorger oder eine Therapeutin. Manchmal hilft auch ein guter Freund, eine gute Freundin. Jemand, der zuhört und bei dem man sein Herz ausschütten kann.

Auch eine Selbsthilfegruppe kann hier Halt geben. Der Bundesverband ANUAS, eine Hilfsorganisation für Angehörige von Mord-, Tötungs-, Suizidopfern und Vermissten, kann bei der Suche weiterhelfen.

Sich Freiräume schaffen, in denen man zu sich kommt: Die Zeit nach der Tat ist für die Hinterbliebenen doppelt belastend. Sie sind nicht nur mit dem Verlust und ihrem Schmerz konfrontiert, sie sind meist auch in die Ermittlungen involviert, werden von der Polizei befragt und von Reportern interviewt. Es ist daher wichtig, sich Ruhezeiten zu gönnen, in denen man dem Stress, der durch die Ermittlungen und die Medien geschaffen wird, entkommen und sich zurückziehen kann. Zeiten, in denen man die Ruhe in der Natur genießt, die man allein oder nur mit der Familie verbringt.

Ganz bewusst die eigene Resilienz trainieren; sich immer wieder positiv zu bestärken und sich zu sagen: „Ich bin kein Opfer der Situation. Ich wähle aktiv eine hoffnungsvolle Sicht auf die Zukunft. Es wird eines Tages wieder besser werden.“ Das fällt nicht leicht und es braucht manchmal auch therapeutische Unterstützung, um aus dem tiefen Tal der Trauer herauszukommen. Doch Tag für Tag, Schritt für Schritt kann eine (zunächst bewusst angenommene) positive und bestärkende Einstellung helfen.



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